V.A. - URGH! 05-93 Tape (Leipzig) `93
URGH! 5-93
1993
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Komplett
Dieser Blog soll einen Genre- und Länderübergreifendes Einblick in die sogenannte Kassettentäter Szene der 80er und 90er Jahre sein.
V.A. - URGH! 05-93 Tape (Leipzig) `93
URGH! 5-93
1993
Urgh! (Das Magazin Für Musikfreaks & Vinylfetischisten) 07/95 (Leipzig)
1995
URGH! 06/93 (Leipzig)
1993
Urgh! (Das Magazin Für Musikfreaks & Vinylfetischten) 05/93 (Leipzig)
1993
Urgh! (Das Magazin Für Musikfreaks & Vinylfetischten) 04,5/92 (Leipzig) Big Beat Special
1992
Urgh! (Das Magazin Für Musikfreaks & Vinylfetischisten) 04/92 (Leipzig)
1992
Urgh! (Das Magazin Für Musikfreaks & Vinylfetischisten) 03-91 (Leipzig)
1992
Mein Vorleben als Musiker, eher
Musik-Macher, hatte leider nicht zu ausreichend kreativem Selbstbewusstsein
geführt. Ab 1982 (da war ich 16) betrieb ich mit Schulfreunden die D.I.Y.
Proberaum-Band "0815". Mit dem Abstand der Jahrzehnte betrachtet
handelte es sich dabei um sowas wie Emo-Punkrock, textlich auf jeden Fall,
musikalisch aber eher wegen der als beschämend empfundenen limitierten
Kompositions- und Instrumenten-Kompetenz. Eine "richtige" Punkband
hatte keiner von uns bis dahin gesehen oder gehört! Bis Ende 1984 schwangen wir
uns mit fleißigem Proben auf unseren persönlich erreichbaren "Olymp"
hinauf, der in einem glücklicherweise dokumentierten Wohnzimmerkonzert und
einigen wenigen "Rehearsals" bestand. 35 Jahre später fanden diese
ihre finale Bestimmung im Umfeld des "Heldenstadt Anders" Samplers
& Festivals. Aber das soll hier nur Nebensache bleiben.
Unsere "Bäänd" fiel
jedenfalls nach jenem Konzert im Verlauf weiterer eineinhalb Jahre durch ebenso über ambitioniertes wie zielloses Weiter-Herumprobieren langsam aber sicher
auseinander. Kurioserweise hätten mir aber ausgerechnet die
Konzert-Erfahrungen, die ich ab 1985 im Leipziger "Untergrund"
gewann, den Beweis liefern können, dass wir mit "0815" eigentlich auf
dem richtigen Weg waren. Schon davor, ab 1980/81 schnupperte ich begierig die
Live-Atmosphäre bei den derzeit üblichen Ostrock-Formationen wie
"Silly", "Puhdys", "Berluc" oder
"Reform", die mich trotz dröger Staatskonformität mit dem Rausch des
Live-Rock infizierten. Ab 1985 setzte ausgerechnet meine Lehre als
Offsetdrucker in Leipzig neue Akzente: in meinem Lehrbetrieb arbeiteten nicht
nur mehrere deutlich als solche erkennbare Punk-Fans, sondern auch Jungmusiker
u.a. von den schon aktiven oder später gegründeten Bands wie "Khaki",
"Victim", "Kulturwille" und vor allem den ab Ende 1985 so
neu benannten "Die Art". Deren Sänger Makarios wurde mein
freundlicher Punk-Mentor und versorgte mich, neben Infos zu für mich
aufregenden "neuen" Bands wie "The Damned", "New
Order" oder "Joy Division", auch mit regelmäßig mundzumund
propagierten Konzert-Tipps. Nach den ersten unsicheren Hingeh-Versuchen wurde
ich rasch Stammgast in zwielichtigen Etablissements wie dem Eiskeller, später
der Moritzbastei, dem "Sack", den zweckentfremdeten Kinosälen in
Connewitz, Reudnitz und Böhlitz-Ehrenberg usw. Als mich ein anderer Mitlehrling
& Freund 1986 auf das seinerzeit kaum glaubliche Programm des PAROCKTIKUM
im DDR-Radio aufmerksam machte, waren meine musikalischen Koordinaten für die
folgenden Jahre gesetzt. Auf Livekonzert folgte Radiohören folgte Mitschneiden
folgte Livekonzert folgte ... alles zur Kompensation meines durchaus
anstrengenden Berufslebens im Dreischichtsystem. Ab 1987 reiste ich auch in
andere Städte zu Konzerten, Kampftrinken mit Gleichgesinnten inklusive, manche
jahrzehntelange Freundschaft begann in dieser Zeit (Freundin hatte ich da
übrigens keine ...).
URGH! 02-91 (Leipzig)
1991
Der in No.2 angepeilte vierteljährliche (!) Erscheinungsmodus war sportlich gedacht und konnte nicht eingehalten werden, obwohl schnell eine inhaltliche Expansion möglich wurde. Zum einen durch Mit-Schreibende, zum zweiten durch teilweise sogar bezahlte aber ausschließlich themennahe Inserate (Plattenbörsen, Kleinvertriebe, Record Releases, Konzertdaten), und zum dritten durch Rezensionsmaterial, das erst tröpfelnd, bald anschwellend eintrudelte. Schon ab No.2 machte ich Werbung für den "Hartmut-Vertrieb", über den Makarios die Produkte von "Die Art" und Tapes und Tonträger von befreundeten Bands feilbot. Daraus entstand die Idee, das URGH! zum Hartmut-Abomagazin zu machen, dessen Mailorder-Kunden bekamen also alle ab No.3 das Heft gratis als Katalog zugeschickt. Die Auflage stieg, und langsam artete das in Arbeit aus, ein Haufen Leute wollte & erwartete was von mir, das glückselige Refugium für meinen "Insel-Geschmack" uferte aus, was auch kreative "Seitentriebe" wie die Retro-Ausgabe No. 4 1/2 (ausschließlich Musik der 60er und 70er) hervorbrachte. Überwältigt und gleichzeitig gestresst von diesen Entwicklungen verlor ich meine eigenen Intentionen aus den Augen. Die Ausgabe No.6 (September 1993, Auflage 400) war Höhe- und Endpunkt dieser Entwicklung. Hierin war das inhaltliche Gleichgewicht aus fremdbestimmten und selbstgewählten Themen weitgehend zufriedenstellend. Danach löste sich allerdings die Hartmut-Konstellation auf, und so ging auch mir allmählich die Puste aus. Erst fast zwei Jahre später (Juni 1995) war die No.7 fertig, erstmals "erlöst" vom Lieferzwang konnte ich mich darin inhaltlich und auch gestalterisch vollkommen frei entfalten, sozusagen "Back to the Roots" auf höherem Erfahrungs-Niveau. Danach schlug das "reale Leben" zu: Studienbeginn ... Vater werden ... Fun while it lasted! (to be continued ...?????)
URGH! (Rock-Retro-Zine) 01/91 (Leipzig)
1991