Freitag, 15. Januar 2021

URGH! 02-91 (Leipzig)

URGH! 02-91 (Leipzig)

1991

immer noch Leipzig und gerade schrieb ich noch was vom Punkpabst und schon haben wir das 2te Urgh!, von Dieter Möhrchen, den ich nun doch erweichen konnte uns ein paar Zeilen zu seiner Vita und der Zeit als Fanzine-Macher und gleichzeitiger Musikant zu Schreiben. Aufgrund des dann doch etwas längeren Text, will ich es etwas Sequenzieren und nehme ein Stück vom Text der gerade zum 2ten Urgh! passt. Meiner Meinung nach geht das Urgh! mit der Nr. 2 so richtig los.

Der in No.2 angepeilte vierteljährliche (!) Erscheinungsmodus war sportlich gedacht und konnte nicht eingehalten werden, obwohl schnell eine inhaltliche Expansion möglich wurde. Zum einen durch Mit-Schreibende, zum zweiten durch teilweise sogar bezahlte aber ausschließlich themennahe Inserate (Plattenbörsen, Kleinvertriebe, Record Releases, Konzertdaten), und zum dritten durch Rezensionsmaterial, das erst tröpfelnd, bald anschwellend eintrudelte. Schon ab No.2 machte ich Werbung für den "Hartmut-Vertrieb", über den Makarios die Produkte von "Die Art" und Tapes und Tonträger von befreundeten Bands feilbot. Daraus entstand die Idee, das URGH! zum Hartmut-Abomagazin zu machen, dessen Mailorder-Kunden bekamen also alle ab No.3 das Heft gratis als Katalog zugeschickt. Die Auflage stieg, und langsam artete das in Arbeit aus, ein Haufen Leute wollte & erwartete was von mir, das glückselige Refugium für meinen "Insel-Geschmack" uferte aus, was auch kreative "Seitentriebe" wie die Retro-Ausgabe No. 4 1/2 (ausschließlich Musik der 60er und 70er) hervorbrachte. Überwältigt und gleichzeitig gestresst von diesen Entwicklungen verlor ich meine eigenen Intentionen aus den Augen. Die Ausgabe No.6 (September 1993, Auflage 400) war Höhe- und Endpunkt dieser Entwicklung. Hierin war das inhaltliche Gleichgewicht aus fremdbestimmten und selbstgewählten Themen weitgehend zufriedenstellend. Danach löste sich allerdings die Hartmut-Konstellation auf, und so ging auch mir allmählich die Puste aus. Erst fast zwei Jahre später (Juni 1995) war die No.7 fertig, erstmals "erlöst" vom Lieferzwang konnte ich mich darin inhaltlich und auch gestalterisch vollkommen frei entfalten, sozusagen "Back to the Roots" auf höherem Erfahrungs-Niveau. Danach schlug das "reale Leben" zu: Studienbeginn ... Vater werden ... Fun while it lasted! (to be continued ...?????)

u.a. dabei

Paul Punk, Comic von HIP
Retro:
Pete Townshend & The Who, QUADROPHENIA, Wenn Rock-Dinosaurier das Wort "Punk" in den Mund nehmen, wird es entweder peinlich oder die wichtigste Platte der 70er
Konzert:
Wenn die Wut nachläßt, DIE FIRMA 08.08.91 in der Moritzbastei, Wenn alte neue Helden keine Aufnäher verteilen. Wenn alte neue Helden keine Aufnäher verteilen und trotzdem Haltung beweisen.
Portrait:
Auf dem Land wachsen Rüben, seltsame Bands UND AUCH DIE BÄUME. Außerdem macht sich Michael Berndt Sorgen um Vincent Craine
Groll:
Noch'n Konzert! Der Avantgarde-Papst PHILLIP BOA kriecht ins EXILE ON MAINSTREAM und kehrt zurück als deutscher Konsensrocker
Szene:
Würde es Sie stören, wenn wir suchen? DIE ART suchte und fand ..Gold. URGH! stolperte über Tonträger, die ihren Weg pflastern, und Holger Oley über fünf gnadenlose Fragen
Roots:
Back to the Sixties, THE LEGENDARY SILVER COTTON BLOSSOMS
erobern Europa! Neue sensationelle Fakten
Altplaste:
Altmodisch - Außerirdisch - Atonal Wir wühlten für Euch in Ramschkisten und Vinyl-Altlasten, 
und stießen auf Platten von Klaus Nomi, The Ruts, Virgin, Elton Motello, The Doll und Gloxo Babies
Odds & Sods:
Das ist das Letzte, URGH! verleitet zu hemmungslosem Konsum und schlägt, Profit aus verzweifelten Hilferufen, HARTMUT, URGH! und andere bieten sich feil

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